Was zwischen Besichtigung und Notartermin passiert
Der Käufer sagt zu, und dann vergehen sechs Wochen, in denen scheinbar nichts geschieht. Was in dieser Zeit tatsächlich läuft.
8/11/2026


Diese Phase ist für Verkäufer die nervigste am ganzen Verkauf. Man hat einen Käufer, man hat eine Zusage, und trotzdem passiert wochenlang scheinbar nichts.
Tatsächlich passiert eine ganze Menge. Hier die übliche Reihenfolge.
Schritt 1: Die Finanzierungsbestätigung
Der Käufer legt seiner Bank die Unterlagen vor. Die Bank prüft zwei Dinge: seine Bonität und den Wert der Immobilie.
Der zweite Punkt wird oft vergessen. Die Bank finanziert nicht den vereinbarten Kaufpreis, sondern das, was sie selbst für den Wert hält. Liegt ihre Einschätzung darunter, muss der Käufer die Differenz aus Eigenkapital schließen. Genau hier platzen die meisten Kaufverträge, bevor sie geschrieben sind.
Rechnen Sie mit ein bis drei Wochen, je nach Bank und je nachdem, wie vollständig die Unterlagen sind.
Schritt 2: Der Kaufvertragsentwurf
Der Notar erstellt den Entwurf. Beide Seiten bekommen ihn zugeschickt.
Bei einem Verbraucher als Käufer muss der Entwurf mindestens zwei Wochen vor dem Beurkundungstermin vorliegen. Diese Frist ist keine Empfehlung, sondern soll sicherstellen, dass niemand unvorbereitet unterschreibt. Lesen Sie den Entwurf in dieser Zeit tatsächlich und fragen Sie beim Notar nach, was Sie nicht verstehen. Dafür ist er da, und es kostet nichts extra.
Schritt 3: Der Beurkundungstermin
Der Notar liest den gesamten Vertrag laut vor. Das dauert je nach Objekt vierzig Minuten bis über eine Stunde und wirkt umständlich. Es ist aber der Moment, in dem Sie noch etwas ändern können.
Mit der Unterschrift sind beide gebunden. Ein Rücktritt ist danach nur unter den im Vertrag geregelten Bedingungen möglich.
Schritt 4: Und danach dauert es nochmal
Nach der Beurkundung passiert das meiste ohne Sie:
Der Notar trägt eine Auflassungsvormerkung ins Grundbuch ein. Sie sichert den Käufer ab.
Bestehende Grundschulden werden zur Löschung vorbereitet.
Die Gemeinde bekommt Gelegenheit, ihr Vorkaufsrecht auszuüben oder darauf zu verzichten.
Erst wenn alle Voraussetzungen vorliegen, fordert der Notar den Kaufpreis an.
Nach Zahlung erfolgt die Übergabe. Die Umschreibung im Grundbuch kommt zuletzt und braucht oft noch einmal Wochen oder Monate.
Zwischen Beurkundung und Geldeingang liegen typischerweise vier bis acht Wochen.
Was Sie in dieser Zeit tun sollten
Kündigen Sie nichts zu früh. Weder Versicherungen noch Verträge, und melden Sie den Strom nicht ab. Solange das Geld nicht da ist, gehört Ihnen das Haus, und Sie tragen auch das Risiko.
Und planen Sie Ihren eigenen Umzug erst, wenn der Kaufpreis eingegangen ist. Ich weiß, dass das schwer auszuhalten ist. Es hat aber schon Leute gerettet.
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